im Schlaf gegeben

„Es gilt als ausgemacht, dass die Glückseligkeit sich in der Muße findet“, sagte Aristoteles im 4. Jahrhundert. Kluger Mann! Aber unsere württembergische, protestantische Arbeitsmoral hält nichts vom Nichtstun. Klar, wir kenne alle die Sprüche:

  • „Müßiggang ist aller Laster Anfang“
  • „Arbeit hat Gulden, Müßiggang Schulden.“
  • „Langes Fädchen, faules Mädchen“
  • Ohne Fleiß kein Preis
  • Der Fleiß bringt Brot und die Faulheit Not.

und oh ja, selbst aus dem Evangelischen Gesangsbuch klingt es: „Gib, dass ich tu mit Fleiß, was mir zu tun gebühret…“

Jaja, alle Welt ist im Stress. Dabei gibt es gute Gründe, das Sein jenseits der Rastlosigkeit der Arbeit zu entdecken. Denn es steht doch auch geschrieben: „Den seinen gibt’s der Herr im Schlaf“.
Wer gelegentlich der Faulheit fröhnt, lebt länger, sagt die Forschung! Stresshormone fressen die Wachstumshormone, die uns jung und fit halten förmlich auf. Also: „In der Ruhe liegt die Kraft!“
Nicht nur der Körper auch der Geist und die Seele profitieren von Mußestunden. Geistesblitze setzten geradezu Müßiggang voraus. Um Ideen verwirklichen zu können, muss der Kopf frei sein.

Von Albert Einstein wird erzählt, dass er im Schnitt 12 Stunden schlief – und quasi nebenbei die Relativitätstheorie entwickelte. Es scheint tatsächlich so: Den seinen gibt’s der Herr im Schlaf.

Das was der Volksmund sagt, scheint aus einem tiefer Selbsterkenntnis und einem tiefen Wissen zu kommen, dass Weltbewegendes nicht den Gedanken des Alltagsstresses entspringen kann. Sowas braucht Zeit und Raum.

Daher: Es kann also heilsam sein, etwas Abstand zu seinen Pflichten und Sorgen zu gewinnen, um zu sich selbst und zu anderen zu finden. Vielleicht ist dieser anderen auch Gott.

Impuls zur Landesleitungssitzung 15.07.2011

Nachdem ich nun schon ein Weilchen für den VCP arbeite, und mein erster Sommer-Urlaub vor der Tür steht, hatte ich mir etwas Zeit genommen und so das eine oder andere Reflektiert, was mir in diesem als Hauptamtlicher im VCP so über den Weg gelaufen ist.

Dabei kristallisierten sich Schlagworte, Situationen und Bilder heraus. Und zu diesen Bilder und Schlagworten kamen mir Zitate aus dem reichhaltigen Fundus meiner Lieblings Autoren (Terry Pratchett, Douglas Adams, Calvin&Hobbes) in den Sinn:

  1. Beim Nachdenken über einen Konflikt, den ich am Rande des Landesrates mitverfolgen musste/durfte, standen für mich zwei Begriffe zentral nebeneinander: Wahrnehmung & Wahrheit!
    Wie nehme ich eine Situation Wahr und was sehe ich als die Wahrheit an. Dazu Terry Pratchett:

    Nun, die Wahrheit ist ein eigenartiges und recht seltenes Phänomen.In der Badewanne der Geschichte ähnelt sie einem Stück Seife, dass man nur mit Mühe festhalten kann – vorausgesetzt, man findet es überhaupt.

  2. Beim Zurückblicken auf den Landeshajk und das Küchenteam zeichnete sich in meinem Kopf ein Bild ab, das Terry Pratchett wie folgt beschrieben hat:

    Verbale Ausrutscher, die unter gewissen Umständen ebenso wirken können wie eine Stahlstange, die man in den Ansaugstutzen einer mit 3300 Umdrehungen arbeitenden 660-Megawatt-Dampfturbine wirft.

  3. Der Rückblick auf die bisherige Fachaufsicht Sitzungen führt mich recht direkt zu den Begriff: Optimismus. Terry Pratchett beschreibt diesen wie folgt:

    Optimismus ist, bei Gewitter auf dem höchsten Berg in einer Kupferrüstung zu stehen und »Scheiß Götter!« zu rufen.

  4. Bezogen auf meine Rolle als Hauptamtlicher im VCP gibt es massenhafte gute und passende Sprüche für heute würde ich gerne Douglas Adams Zitieren:

    Es ist sinnlos sich verrückt zu machen, indem man versucht, sich davor zu bewahren, verrückt zu werden. Da könnte man genauso gut einfach klein beigeben und sich die Vernunft für später aufheben.
    (Ford Prefect, in Hitchhiker’s Guide)

    Ich bin vielleicht nicht dort, wo ich hinwollte, aber bin denke doch, dass ich da bin, wo ich sein muss.
    (Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele)

  5. Als Motto für meine Zeit im VCP nach meinem Sommerurlaub habe ich mir herausgesucht:

    Es ist eine zauberhafte Welt, Hobbes alter Freund.
    Lass uns auf Entdeckungsreise gehen!